2014 - Wasserkuppentour - Viel Wasser, noch mehr Kuppe!

Von Nürnberg über Coburg in den Thüringer Wald und über die Wasserkuppe nach Hessen. Das war unsere Tour 2014. Eine Tour mit viel Wasser und noch mehr Kuppe. Wir wurden mal wieder richtig nass. Sei es vom Regen oder von der Anstrengung. Trotz der widrigen Wetterverhältnisse eine sehr schöne Tour mit vielen Interessanten Augenblicken...

 

1. Etappe - Von Nürnberg nach nach Coburg - 125 km

Gut gelaunt und bei strahlendem Sonnenschein starteten wir unser diesjähriges Abenteuer von Wonsheim aus. Weit mussten wir am heutigen Spätnachmittag nicht fahren. Wir wollten diese Tour ganz entspannt schon einen Tag früher am Abend beginnen, um den nächsten Tag in voller Länge nutzen zu können. Wir radelten bei angenehmen Temperaturen auf dem Fahrradweg nach Eckelsheim und bogen dann auf den Wirtschaftsweg nach Uffhofen ab. Hier hatten wir eine erste Steigung zu bewältigen, die uns aber kaum Anstrengung abforderte. Es ging weiter über Flonheim bis nach Armsheim. Hier erreichten wir schon am Bahnhof unser erstes Etappenziel, denn von hier ging es mit der Bahn weiter nach Mainz. Wir hatten dort noch ein wenig Zeit, also statteten wir unsere vollgepackten Räder noch mit einem wichtigen Accessoire aus: Im Zeichen der Fußballweltmeisterschaft wollten wir Flagge bekennen und schon bald wehten kleine Fähnchen in Schwarz-Rot-Gold an unseren Lenkern. Der Bahnhof war aufgrund des gerade beginnenden Spiels Deutschland : USA wie leergefegt. Offenbar hatte auch die Bahn an diesem Abend mehr Interesse an dem Spiel als an der Einhaltung ihrer Fahrpläne. Über die Anzeigetafeln wurden wir informiert, dass unser Zug mit mehr als einer Stunde Verspätung abfahren sollte. Als unser erster Unmut darüber wieder verflogen war, beschlossen wir das Beste aus dieser Situation zu machen und statteten uns mit einem kleinen Getränkevorrat und etwas Reiseproviant im nahe gelegenen Supermarkt aus. Das hatten wir dann morgen schon gespart. Nach etwas mehr als einer Stunde ging es dann endlich und dann auch ohne weitere Unterbrechungen nach Nürnberg weiter. Auf der mehrstündigen Zugfahrt schauten wir uns noch einmal die geplante Strecke an und legten die einzelnen Etappen fest. Für den nächsten Tag hatte der Wetterfrosch gutes Wetter gemeldet und wir freuten uns auf die Tour. Als wir endlich in Nürnberg ankamen war die Sonne schon lange untergegangen und der Bahnhofsvorplatz war trotz der vorangeschrittenen Uhrzeit noch recht belebt. Es waren nur ein paar hundert Meter bis zu unserer Übernachtungsmöglichkeit, trotzdem beschlossen wir, da wir nicht noch mehr Zeit verlieren wollten unsere neue Fahrrad-Navigations-App zu testen und auf direktem Weg zur Pension zu finden. Vielleicht hatten wir ja Glück und wir bekämen noch einen Happen zu Essen? Die Stimme aus dem Navi, die uns den Weg zur Pension wies, plärrte laut durch die nächtliche Nürnberger Altstadt. Verwirrt schauten ein paar Passanten in unsere Richtung und schüttelten die Köpfe, immer diese Touris! Nach kurzen Verständnisproblemen zwischen Navi und Fahrer kamen wir dann doch relativ flott vor der Pension „Schwänlein“ an, wo wir schon im Vorfeld ein Zimmer gebucht hatten. Unsere Hoffnung auf einen späten Imbiss schwand sofort, angesichts der dunklen Gaststube, und auch der Wirt machte uns nur widerwillig die Tür auf. Wir hatten zwar von unterwegs schon unsere Verspätung angekündigt, aber es war schon spät und das zweite Spiel der WM an diesem Abend war in vollem Gange. Wir parkten unsere Räder in Windeseile im leeren Biergarten hinter der Pension, schleppten schnell unser Gepäck in den ersten Stock und konnten gerade noch das Frühstück für den nächsten Morgen klären, schon war der Wirt wieder auf den Weg in seinen Fernsehsessel und wir machten uns auf den Weg in die Altstadt, um vielleicht doch noch eine Kleinigkeit zu essen. In der Altstadt von Nürnberg war trotz der späten Stunde noch reichlich Betrieb, überall saßen die Leute noch vor und in den gemütlichen Kneipen und Restaurants. Wir ergatterten noch zwei freie Plätze mit Blick auf die Befestigungsmauern und orderten die Speisekarte. „Sorry, die Küche hat leider schon zu…“ war die Antwort der jungen Kellnerin. „Um diese Uhrzeit werden Sie in Nürnberg bestimmt nichts mehr zu essen bekommen“. Wir gaben die Hoffnung auf eine Kleinigkeit zu essen auf, orderten zwei Bier als Absacker und naschten an den Erdnüssen, die glücklicherweise auf dem Tisch standen. Es waren ja nur noch ein paar Stunden bis zum Frühstück und so machten wir uns wieder auf den Rückweg zur Pension. Am nächsten Morgen wurden wir durch die ersten Sonnenstrahlen und das Knurren unserer Mägen geweckt. Ein kurzer Blick aus dem Fenster bestätigte, was der Wetterfrosch schon angekündigt hatte. Strahlender Sonnenschein, angenehme Temperaturen. Ein kurzer Blick noch in den Biergarten zu unseren Rädern. Dann verloren wir keine Zeit mehr und nahmen am gedeckten Frühstückstisch Platz. Nach einem ausgiebigen Frühstück zahlten wir die Zeche, packten die Räder und starteten unsere Tagestour. Zunächst ging es durch die Nürnberger Altstadt vorbei am Rathaus und über den Hauptmarkt bis zum Schönen Brunnen. Wir überquerten die Pegniz und warfen einen Blick auf den sogenannten Henkersteg. Von hier aus konnte man auch schon einen schönen Blick auf die Kaiserburg werfen. Wir radelten den Aufstieg zur Burg nach oben und fuhren über die ehemalige Hängebrücke in die Burg. Von hier oben hatten wir einen gigantischen Ausblick über Nürnberg. Eine Gruppe netter, japanischer, junger Damen erklärte sich bereit noch ein paar Bilder von uns zu machen und schon ging es nach einer kleinen Erkundigungstour durch die Burg wieder nach unten und aus Nürnberg heraus. Nach einigen Kilometern waren wir aus der Stadt heraus und allmählich wurde Gelände wieder übersichtlicher und ländlicher. Wir kamen gut voran und radelten mit einem guten Durchschnittstempo über Buchen, Boxdorf, Reutles nach Tennenlohe. Dort ging es dann durch einen schönen Mischwald bis nach Erlangen. Nach einem kurzen Stopp mit Müsliriegel und Wasserpause fuhren wir weiter über Möhrendorf, vorbei an Baiersdorf, Hausen und Forchheim. Das Wetter war herrlich, wir fuhren entlang der Regniz und das Fahrradfahren war ein wahrer Genuss. Die Sonne brannte so heftig, dass wir sogar erstmals etwas Sonnencreme auftragen mussten. Das hatten wir so auch auf unseren Touren noch nicht erlebt. Langsam knurrten unsere Mägen und wir fuhren durch Pautzfeld, Schlammersdorf bis nach Neuses. Danach ging es wieder weiter am Ufer der Regniz durch schöne Wiesen und duftenden Klee über Seußling bis nach Sassanfahrt. Dort wurden wir im Stehcafe eines Supermarktes fündig und stärkten uns mit einer schönen Tasse Kaffee und einem leckeren Teilchen. Wir nutzen die kurze Pause um nochmals Sonnencreme aufzutragen und fuhren weiter über Hirschaid und Strullendorf. Danach ging es entlang einer vielbefahren Straße durch ein Waldgebiet, einige Kilometer bis nach Bamberg. Bamberg zählt seit 1993 zum Unesco Weltkulturerbe und empfing uns mit seinen schönen Gärten, liebevoll bemalten Fachwerkhäusern und Brücken. Wir stiegen aus dem Sattel und mischten uns unter die reichlichen Touristen aus aller Herren Länder. Unser Navigationssystem trug sehr zur Erheiterung dieser bei. Immer wenn die nette Dame vom Lenker her Anweisungen gab, schauten die Passanten zunächst erstaunt und dann als sie begriffen hatten, woher die Stimme kam, auch belustigt. Wir genossen bei schönstem Wetter traumhafte Ansichten und Panoramen. Nach einer Weile wurde uns der Trubel zuviel und ein Blick zur schönen Turmuhr der oberen Brücke mahnte uns zur Weiterfahrt. Wir wollten eigentlich eine kleine Erfrischung in einem der zahlreichen Eiscafe´s zu uns nehmen, aber angesichts der begrenzten Sitzplätze bei diesem schönen, warmen Wetter, beschlossen wir endgültig weiter zu fahren. Kurz bevor wir Bamberg verließen, zwang uns noch eine kleinere Reparatur zu einem weiteren Aufenthalt. Von der Halterung meiner Lenkertasche war eine Schraube verschwunden, nun hing die Tasche nach unten und behinderte die Weiterfahrt. In einem Modelbaulädchen am Stadtausgang wurden wir fündig und schnell hatten wir die Tasche wieder in der Position, für die sie gedacht war und wir konnten weiterfahren. Es ging aus Bamberg heraus über die Autobahn nach Hallstadt und von dort wieder über den Radweg entlang der Bundesstraße über Kemmern und Breitengüßbach. Wir machten mächtig Strecke und ließen den Einfluß der Stadt hinter uns. Zunehmend wurde es wieder ländlicher und wir durchquerten schöne Landschaften mit viel Wald und Wiesengelände. Es ging über Rattelsdorf, Medlitz, Speiersberg und Hilkersdorf. Es folgten wieder lange unbebaute Abschnitte bis wir wieder in Busendorf ein einsames Örtchen stießen. Der Radweg war gut ausgebaut, folgte teilweise der Landstraße oder war nicht weit davon entfernt. Wir ließen Poppendorf und Lahm auf der rechten Seite liegen und pausierten in Kaltenbrunn kurz um die lange fällige Erfrischung in Form eines schönen Kellerbieres zu genießen. Das tat gut. Wir ruhten kurz aus und machten uns dann wieder auf den Weg. Über Itzgrund und Rossach folgte der Fahrradweg in bereits bekannten Weise. Weite Landschaften mit saftigen, grünen Wiesen und Wald hier und da ein einzelnes Gehöft und dann wieder ein kleines Dorf. Von weitem war ein Dach zu sehen, welches uns schon aus der Entfernung auf der rechten Seite mit seinen weißen Ziegeln entgegen leuchtete. Als wir näherkamen, konnten wir den Grund für die weiße Färbung erkennen. Hoch auf dem Kamin thronte ein großes Storchennest und die Ziegeln unterhalb des Nestes waren großflächig weiß vom Vogeldung. Es ging vorbei an Buchenrod, Untersiemau, Meschenbach und Niederfüllbach. Von dort an konnte man schon den Einfluss des nahen Coburg bemerken, die Ortschaften wurden größer und die Abstände dazwischen kleiner. Wir hielten in Creidlitz in einem Industriegebiet um noch einmal Wasserreserven aufzunehmen. Danach ging es über Ketschendorf nach Coburg, dass uns mit seinen schönen Villen, Jugenstilhäusern und der Veste Coburg empfing. Wir fuhren bis zum Marktplatz und ließen uns auf den Stufen des Prinz-Albert-Denkmals nieder. Schnell waren wir dank Tante Google hinsichtlich einer Unterkunft fündig und machten uns auf den Weg ins Münchner Hofbräu. Hier bezogen wir Quartier und nach einer heißen Dusche unseren Platz im Wintergarten. Bei Haxe und Weißbier ließen wir den Tag noch einmal Revue passieren. Auf unsere Etappe mit geschafften knapp 125 km konnten wir zu Recht stolz sein. Nach dem Essen machten wir uns daran die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Wir liefen eine Weile durch die alten Gassen bis wir bemerkten, dass alle Leute in eine Richtung gingen. Von da aus hörte man schon von weitem die lauten Bässe einer Musikgruppe. Ein Plakat an einer Häuserfront verschaffte Klarheit, was uns da erwartete. Die Gruppe „Fettes Brot“ gab heute ein Open Air Konzert in Coburg im Rosengarten. Neugierig gingen wir den Beats entgegen. Dutzende junge Leute hatten sich außerhalb des eingezäunten Festivalgeländes eingefunden und feierten von hier aus Ihre Stars. Bemerkenswert war, dass man von hier aus einen sehr guten Blick auf die Bühne hatte. Die Ordner hatten offenbar auch überhaupt nichts dagegen, dass so viele Zaungäste die Show kostenlos verfolgten. Wir schauten uns das Spektakel und die Lichtshow eine Weile an und machten uns wieder auf den Rückweg ins Hofbräu um unseren müden Knochen noch ein paar Stunden zu gönnen.

 

 

 

2. Etappe - Von Coburg nach Untermaßfeld - 92 km

Am nächsten Morgen schreckte uns der Lärm der Straße aus dem Schlaf, ein kurzer Blick auf die Uhr, oh weh, schon viel zu spät. Wir hatten verschlafen. Schnell ins Bad und zum Frühstück. Wir stärkten uns und sahen zu, so schnell wie möglich los zu kommen. Etwas überhastet schoben wir die Räder aus der Garage und sattelten auf. Los gings. Das Navi wollte auch noch nicht richtig los und konnte ich nicht entscheiden wo Süd oder Nord war. Also irrten wir eine Zeitlang geführt von der plärrenden Lenkerstimme geleitet durch Coburg. Irgendwann, nachdem wir gefühlt, eine Ewigkeit im Kreis gefahren waren, fanden wir die richtige Route und folgten folgsam den Anweisungen von Frau Naviki. Wir verließen Coburg in nordwestlicher Richtung und folgten dem Fahrradweg durch das Industriegebiet von Coburg und Neuses. Dann bekam die Landschaft ihren Reiz und es wurde wieder ländlicher. Zusätzlich ging es ordentlich bergauf, was unsere, gestern so liebgewonnene, Reisegeschwindigkeit drastisch reduzierte. Wir keuchten den Berg in Serpentinen nach oben. In einer Kurve stand ein schöner Kirschbaum an dem gerade geerntet wurde. Die Kirschen leuchteten verlockend rot. Aber es war viel zu früh schon eine Pause zu machen. Schließlich waren wir ja nicht zum Spaß hier. Also weiter. Es dauerte nicht lange und – Pfffffft – war der vordere Reifen platt. So ein Mist, ausgerechnet jetzt und hier am Berg. Heute schein nicht unser Tag zu werden…. Also runter mit der Decke, es und den Reifen fachmännisch geflickt. Das Aufpumpen gestaltete sich aufgrund der kleinen Notpumpe als schweißtreibende Sklaverei. Wir waren ohnehin schon klitschnass geschwitzt von der Auffahrt, umso schlimmer erschien uns diese Pumperei. Es ging wirklich kaum etwas in den Schlauch. Endlich hatten wir es geschafft. Jochens leuchtgelbes T-Shirt war übersät mit kleinen schwarzen Gewittermücken und diese Biester krabbelten überall auf der nassen Haut herum. Schnell weiter. Was die Gewittermücken schon angekündigt hatten, sahen wir nun auch in der Ferne bedrohlich auf uns zukommen. Ein Wetterumschwung kündigte sich mit drohend aufziehenden Wolken aus der Richtung an die wir wollten. Die Wasserkuppe war schon weit entfernt zu sehen und da war kein Sonnenschein mehr. Wir ließen uns nicht entmutigen und traten ordentlich in die Pedale um unsere Zwangspause wieder auszugleichen. Noch war das Wetter auf unserer Seite. Die Sonne schien und wir fuhren bei leichtem Gegenwind über Drossenhausen, Mirsdorf und Ottowind. Wir fuhren über Ahlstadt, Grattstadt und Veilsdorf hinunter ins Werratal und folgten dem Werratalradweg bis Hildburghausen. Der Weg führte teilweise durch dichten Wald auf unbefestigten Wegen. Aber es machte richtig Spaß die gute Luft zu genießen. Als wir kurz vor Hildburghausen aus dem Wald radelten war die Sonne hinter dichten Wolken verschwunden und wir beeilten uns das Zentrum zu erreichen. Dort angekommen nahmen wir auf dem Marktplatz in einem Café im Außenbereich Platz. Es gab frischen Kaffee und leckeren Kuchen. Auf der anderen Seite des Platzes konnten wir derweil eine Hochzeit beobachten. Da fiel der erste Tropfen. Wir saßen unter einem großen Sonnenschirm, daher bemerkten wir es erst, als die Tropfen laut auf den abgestellten Teller auf dem Nachbartisch fielen. In Windeseile hatte sich der Teller bis zum Rand gefüllt und es regnete ordentlich weiter. Wir orderten die nächste Tasse Kaffee und wollten den Regen abwarten. Die Hochzeitsgesellschaft beeilte sich ins trockene zu kommen und wir saßen unter dem Sonnenschirm fest. Es regnete ohne Unterlass und wir beschlossen trotzdem zu starten, da wir an diesem Tag noch ein ganzes Stück weiterkommen wollten. Als der Regen etwas nachließ schwangen wir uns auf die nassen Sättel. So schön der Morgen hinsichtlich des Wetters begonnen hatte, so widerlich war es nun im Regen und bei deutlich niedrigeren Temperaturen weiter zu fahren. Wir bissen die Zähne zusammen und strampelten missmutig an Häselrieth vorbei, durch Ebenhards und Reurieth. Meist führte die Strecke durch die nassen Felder, ab und an bot ein Stück dichter Wald ein wenig Schutz. Wir fuhren auf dem Werratal Radweg weiter und passierten Trostadt, Grimmelshausen und Kloster Veßra bevor wir bei Themar die Ausläufer des Naturparks Thüringer Wald streiften. Von da aus ging es weiter über Henfstädt, Leutersdorf, durch Vachdorf und Belrieth bis nach Einhausen. Es regnete immer mal etwas mehr oder auch weniger. Immer zu wenig um sich unter zu stellen und zu viel um mit Freude weiter zu radeln. Wir trotzdem dem Regnen und fuhren wacker weiter bis wir in Obermaßfeld erneut die Werra kreuzten. Bemerkenswert war das alte Fachwerkhaus, welches die Brücke in zwei Farbahnen spaltete, die eine Brücke verlief links, die andere Brücke rechts des Hauses. Heutzutage hätte man wahrscheinlich einfach das Haus abgerissen. Als wir in Untermaßfeld einfuhren, öffnete der Himmel erneut alle Schleusen. Wir beschlossen hier zu übernachten und machten uns auf die Suche nach einer Unterkunft. Wir waren nicht wählerisch und so kam uns ein Schild mit der Aufschrift „Ferienwohnungen“ gerade recht. Wir folgten dem Hinweis und standen bald vor einem kleinen Feriendomizil, was eigentlich für eine Nacht viel zu groß war. Ein Blick auf die Uhr und an den Himmel ließ uns den Klingelknopf drücken. Probieren kann man es ja mal. Ein netter, älterer Herr öffnete und bat uns herein. „Für nur eine Nacht? Eigentlich nicht, aber wenn Sie nicht alle Räume nutzen, können Sie bleiben“. Wir brauchten nur ein Bett und eine Dusche. Also wurden wir uns schnell einig. Es stellte sich heraus, dass das Ferienhaus über zwei Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, Küche, Bad und Balkon verfügte. Das Wohnzimmer mit Fernseher durften wir wegen der WM auch noch nutzen. Der Mietvertrag für eine Nacht wurde zünftig mit einem Willkommensbier geschlossen. Wir kamen ins Plaudern und unser Vermieter klärte uns auf, dass die durchaus ansehnliche Burg des Ortes nach der Wende zu einer Justizvollzugsanstalt umfunktioniert wurde. Er bot uns eine Führung an, denn er hatte die JVA jahrelang geleitet. Wir lehnten höflich ab und machten uns auf den Weg ins Dorf, denn so langsam knurrten unsere Mägen. Wir versprachen aber uns das Gefängnis wenigsten einmal von außen anzusehen. Es hatte endlich aufgehört zu regnen und wir entschlossen uns, das Abendessen in einer gemütlichen Gartenkneipe zu bestellen. Wir nahmen auf typischen Biergartenstühlen unter einer großen Kastanie Platz und orderten die regionale Bierspezialität. Ein dunkles aus der Schwarzbacher Schloßbrauerei. Das hatten wir uns verdient. Nach dem sehr schmackhaften Abendessen verabschiedeten wir uns von der freundlichen Bedienung und machten noch einen Erkundungsgang durchs Dorf. Wie versprochen nahmen wir dabei auch die Gefängnisanlage unter die Lupe. Es war schon ein imposanter Anblick. Der mittelalterliche Bau war mit dicken Acrylglasscheiben zwischen Stahlträgern und Stacheldraht umzäunt. Offenbar hatte man versucht, das Gefängnis so zu umzäunen, dass die Optik der schönen Burg nicht zu sehr darunter litt. Egal es blieb in jedem Fall ein Gefängnis und wir hatten nicht vor es von innen zu sehen. Es begann wieder zu nieseln und wir machten uns auf den Weg in unser Ferienhaus. Die heutige Tour steckte uns noch in den Knochen und wir beschlossen den Abend im Wohnzimmer mit der Fußball-WM ausklingen zu lassen.

 

 

 

3. Etappe - Von Untermaßfeld nach Fulda - 89 km

Am nächsten Morgen servierte unser Vermieter höchstpersönlich das Frühstück und versorgte uns noch mit einigen Informationen über die Gefängnisanlage sowie seiner dortigen Amtszeit. Wir hatten es nicht so sehr eilig, da ein Blick aus dem Fenster alles andere als fahrradtaugliches Wetter verhieß. Nach einer Weile waren wir mit allen Details und einigen Anekdoten über das Gefängnis versorgt und beschlossen doch, trotz des Regens loszufahren. Wirklichen Spaß bereitete das Fahren nicht. Es regnete nicht stark aber stetig. Ab und an frischte der Wind etwas auf und trieb uns die Tropfen ins Gesicht. Wenn es stärker regnete stellten wir uns unter. So kamen wir schleppend voran. Immer wieder unterbrochen von kurzen Zwangspausen. Wir erreichten offenes Gelände ohne Unterstellmöglichkeiten und hatten Glück, denn der Regen machte eine Pause. Von weitem war ab und zu die Wasserkuppe im dichten Dunst zu erkennen. Da wollten wir heute hin. Zunächst fuhren wir auf Verkehrsarmen Straßen in Richtung Meiningen und drehten dann in westliche Richtung nach Sülzfeld ab. Weiter ging es über freies Feld bei trüben Himmel über Haselbach nach Stedtlingen. Dort konnten wir schon aus der Ferne, bei der Abfahrt von einer kleinen Anhöhe aus beobachten, wie eine handvoll Menschen einen Ochsen verfolgte, der offenbar ausgebüxt war. Wir schauten uns das Spektakel aus sicherer Entfernung an und als der Ochse endlich eingefangen war, fuhren wir weiter. Als wir in die Nähe kamen, rief uns die Bäuerin zu, der Ochse hätte zusammen mit seinen Kühen auf eine andere Weide gebracht werden sollen, hatte offenbar aber etwas dagegen. Wir beeilten uns durch Stedtlingen zu fahren und hielten immer wieder nach einer Unterstellmöglichkeit Ausschau, denn der Himmel war dunkler denn je. Es drohte der nächste Schauer, was tun, sollten wir diesen abwarten? Da der Himmel mittlerweile gleichmäßig, dunkelgrau war und rundum am Horizont keine Besserung zu erkennen war fuhren wir weiter. Als wir aus Stedtlingen herausfuhren, konnten wir in der Ferne einen kleinen Wald erkennen. Notfalls könnten wir uns dort unterstellen. Es ging zügig bergab und es war nicht mehr weit bis zum Waldrand, als Petrus mit dem Wassereimer kam. Es goss wie aus Kübeln. In den nächsten 200 m bis zum Waldrand hatten wir das Gefühl unter einem Wasserfall hindurchzufahren. In Null-Komma-Nix waren wir naß bis auf die Haut. Als wir endlich den schützenden Waldrand erreichten, war es natürlich schon zu spät. Nun war erst einmal umziehen angesagt. Raus aus den nassen Sachen und vorsorglich ausgestattet mit zu Regencapes umfunktionierten Müllbeuteln warteten wir auf das Ende des Schauers. Nach einer Weile ließ der Regen tatsächlich nach und wir starteten wieder bei leichtem Nieselregen und fuhren entlang des sogenannten Friedensweges, der ehemaligen Grenze zwischen Thüringen und Bayern. Es ging über Wilmars und Unterfilke nach Weimarschmiden. Dort roch es deftig und absolut lecker aus einem Gasthaus und wir wärmten uns dort mit einer schönen, warmen Suppe auf. Gestärkt und etwas aufgewärmt wollten wir nun den Aufstieg wagen. Wir fuhren bei Nieselregen und heftigem Gegenwind weiter, vorbei an Brüchs und durch Fladungen. Auf dem Weg führte der Weg durch einige Aussiedlerhöfe und an einem hielten wir kurz Rast um von den überhängenden Zweigen eines Kirschbaumes endlich die Früchte zu genießen, die uns am Vortag vor dem Plattfuß verwehrt wurden. Wir radelten weiter und die Steigung nach Rüdenschwinden hinauf ließ uns erahnen, was wir gleich vor uns hatten. Ein paar Kilometer weiter begann in Leubach der Hauptanstieg des Tages. Wir fuhren durch die menschenleeren Gassen und passierten eine schöne, steinerne Brücke. Nun ging es stetig, zunächst moderat bergauf. Die lange Gerade zog sich und wir schnauften wie die Dampfloks den Berg hinauf. Im kleinsten Gang erschien uns das Vorankommen wie in Zeitlupe. Der Nieselregen und die trübe Sicht nahmen uns den letzten Rest Spaß. Warum taten wir uns das überhaupt an? Außer Atem machten wir kleine Pausen um uns dann tapfer weiter zu quälen. Wir trösteten uns damit, dass diese Steigung, bei strahlendem Sonnenschein und den damit verbundenen Temperaturen mindestens genauso strapaziös wäre. Zusätzlich war der gesamte Asphalt überseht von Nacktschnecken aller Art, die auf der Flucht vor den Wassermassen aus den Wiesen und Gräben entlang der Straße kamen. Wir hatten noch nie eine solche Ansammlung von Schnecken gesehen. Orangerot, Dunkelbraun oder auch Schwarz. Wir mussten aufpassen nicht über die schleimigen Tiere zu fahren und dabei auszurutschen. Kurz vor Frankenheim stiegen wir von den Rädern und schoben weiter. Es war hier so steil, dass wir sogar beim Schieben kurze Verschnaufpausen einlegen mussten. Es regnete und wir waren von innen mindestens genauso nass. Keuchend schwangen wir uns wieder auf den Sattel und radelten weiter. Es ging noch eine Weile bergauf, bis wir den höchsten Punkt erreicht hatten. Trotz minimalem Baumbestand war durch den Nebel keinerlei Fernsicht möglich. Schade, dass hatten wir uns eigentlich anders vorgestellt. Da es hier nichts zu sehen gab und wir aufgrund des Regens sowieso keine Lust hatten hier lange zu bleiben, radelten wir weiter durch den spärlichen Wald. Nun ging es die gesamten mühselig erklommenen Höhenmeter rasant wieder nach unten. Wir waren so schnell, dass die Autos, die uns folgten nicht den Mut hatten uns zu überholen. In Windeseile erreichten wir mit, vom Fahrtwind, durchgefrorenen Fingern und Füßen Hilders. Ein Ausflugscafé warb mit Kaffeeduft und frischen Blechkuchen. Wir wärmten uns bei einer schönen heißen Tasse und zwei Stück Kuchen wieder auf. Wir trockneten langsam wieder und kamen mit der Wirtin ins Gespräch. Es stellte sich heraus, dass auch sie leidenschaftliche Radlerin war. Sie gab uns den Tipp, unsere geplante Route zu verlassen und lieber den Hessischen Bahnradweg zu nehmen, dass dieses Teilstück erstens viel interessanter und zweiten auch steigungstechnisch angenehmer zu bewältigen sei. Mit dieser hilfreichen Information ausgestattet verabschiedeten wir und machten uns auf den Weg zur letzten Etappe bis nach Fulda. Der Regen hatte etwas nachgelassen und wir fuhren zügig die alte Bahnstrecke entlang. Wir waren froh, dem Rat der Wirtin gefolgt zu sein. Die Strecke war gut ausgebaut und führte durch herrliche Landschaften, über alte Eisenbahnbrücken und durch weite Wiesen. Wir strampelten durch Aura, Eckweisbach und Rupsroth. Weiter ging es dann über Steinbach bis nach Milseburg, wo uns das Highlight dieses Teilstücks in Form eines Fahrradtunnels erwartete. Nach kurzer Verschnaufpause fuhren wir zügig und leicht bergab durch den feuchtwarmen, aber gut beleuchteten Tunnel. Diese Durchfahrt ist unter anderem auch auf unserem Kurzfilm über diese Tour zu sehen. Auf der anderen Seite angekommen ging es vorbei an Elters und Bieberstein auf dessen Höhe das Schloß ins Tal grüßt. Wir radelten über Langen- und Niederbieber, vorbei an Mittelberg. Von weitem sahen wir, dass ein stolzer Hahn mitten auf dem Radweg stand und beim heranfahren keinerlei Anstalten machte, auch nur einen Millimeter zu weichen. Wir fuhren vorsichtig rechts und links an ihm vorbei und setzten unsere Fahrt fort. Wir kamen nun zügig voran und machten ordentlich Strecke. Almendorf, Götzenhof und Lehnerz flogen nur so an uns vorbei. Schon konnten wir in der Ferne Fulda erkennen. Wir fuhren durch die schöne hessische Stadt und rasteten kurz am Dom. Hier kam sogar die Sonne heraus. Gut gelaunt fuhren wir weiter durch Fulda und suchten den Weg zur Jugendherberge. Es stellte sich heraus, dass diese weit außerhalb der Stadt lag und so brauchten wir eine Weile bis wir dort ankamen. Es war schon später am Abend, aber wir hatten Glück und bekamen gerade noch ein Zimmer. Auch ein Essen könne man uns noch reichen, da der Speisesaal gerade noch offen wäre. Wir wollten eigentlich am Abend noch in Fulda essen, aber aufgrund der Tatsache, dass die Altstadt von Fulda in einiger Entfernung von der Jugendherberge lag, verwarfen wir diesen Plan und nahmen das Angebot dankbar an. Die lange Fahrt und die Steigungen hatten unsere Reserven ziemlich strapaziert und so beschlossen wir den Abend beim Public Viewing in der Jugendherberge zu verbringen. Es wurde ein netter Abend mit einem spannenden Fußballspiel und wir gingen nicht allzu spät ins Etagen-Bett, schließlich wollten wir am nächsten Morgen wieder früh weiterfahren.

 

 

 

4. Etappe - Von Fulda nach Wonsheim - 92 km

Ausgeschlafen und einigermaßen zurück bei Kräften frühstückten wir in der oberen Etage der Jugendherberge. Wir waren aufgrund der frühen Stunde die ersten und freuten uns über die Ruhe und die Auswahl. Während des Frühstücks füllte sich der Saal langsam und der Geräuschpegel stieg rasant an. Wir tranken unseren Kaffee aus und machten uns daran, unser Gepäck vom Zimmer zu holen. Es hatte über Nacht nicht mehr geregnet und so hatten wir gute Hoffnung, heute, zumindest Teile der Strecke ohne Befeuchtung von oben zu radeln. Der Radweg führte durch Sickels und Johannesberg in einem großen Bogen wieder zurück nach Fulda. Sicherlich war die Strecke schöner, als der Weg durch die Stadt, aber es waren auch einige Kilometer mehr. An der Südspitze von Fulda erreichten wir den Fernradweg R3 dem wir durch Bronnzell und Tiefengruben bis Dorfborn folgten. Danach ging es auf dem R3 weiter bis Neuhof. Dort konnten wir den weit sichtbaren Hausberg der Gemeinde Neuhof bestaunen. Der sogenannte Monte Kali entstand als Halde durch den Abfall beim Kaliabbau und ist mit 500 m über NN schon ein imposanter Anblick. Er wächst jährlich um weitere 2 Millionen Tonnen. Nun ging es entlang der Bundesstraße bis nach Flieden. In Flieden machten wir kurz Rast um unsere Wasservorräte aufzufüllen und einen kleinen Imbiss in Form eines Apfels zu uns zu nehmen. Frisch gestärkt gingen wir die nächste Strecke an, die uns über Kauz, Schlüchtern und Niederzell bis nach Steinau an der Straße führte. In Steinau stärkten wir uns erneut mit einem heißen Kaffee und belegtem Brötchen, bevor wir durch die schönen Altstadtstraßen mit sehenswerten Fachwerkhäusern weiterradelten. Mittlerweile hatte die Sonne die Wolken besiegt und wir radelten frohgemut mit reichlich Gegenwind in Richtung Bad Soden. Unterwegs passierten wir den Kinzig-Stausee. Zu Beginn waren Bauarbeiten auf der Strecke angezeigt. Wir störten uns nicht daran und fuhren am Waldrand auf unbefestigtem Grund, immer mit Blick auf den Stausee weiter. Kurz vor der Staumauer war die Strecke plötzlich gesperrt und ein Bautrupp verwehrte uns die Weiterfahrt. Laut Navi sollte der Weg nun über die Staumauer auf die andere Seite des Sees führen, das wollten die Bauarbeiter aber nicht zulassen. Nach endlosen Diskussionen wurde die Bauleitung informiert und die kam in Form einer netten, jüngeren Dame, die schließlich Einsicht hatte. Zwar durften wir aus Sicherheitsgründen nicht über die Staumauer fahren, aber gestattete uns vorbei an dem wartenden, schweren Gerät in Richtung Bad Soden weiter zu fahren. Glück gehabt, sonst hätten wir die ganze Strecke bis Steinau wieder zurückgemusst. Unter Donnergrollen und mit dunklen Wolken und starkem Wind erreichten wir Bad Soden. Wir nahmen unter einem großen Baum auf einer Bank im Kurhaus Platz und konnten dem losprasselnden Gewitterschauer gerade noch einmal entgehen. Nach einer halben Stunde war der Zauber vorbei und wir fuhren wieder auf nassen Wegen weiter. Was nun folgte machte wenig Spaß und zehrte an unserer Geduld, denn es ging nicht mehr voran. Andauernd mussten wir uns unterstellen, da der nächste Gewitterschutt los tobte. Wenn es dann weiter ging hatten wir gegen den starken Gegenwind zu kämpfen , dem wir auf dem ungeschützten Gelände nichts zu entgegnen hatten. So schleppten wir uns genervt über Neudorf und Wächtersbach, nach Wirtheim und Höchst. Auf diesem Teil hatten wir eine merkwürdige Begegnung mit einem Radler der anderen Art. Quietschend und klappernd kam von hinten ein völlig gehetzter Mann mittleren Alters auf einem alten, klapprigen Damenfahrrad angefahren. Wir staunten nicht schlecht, als dieser mit einem Affentempo an uns vorbeizog. Ein paar hundert Meter weiter sprang er unvermittelt aus dem Sattel und hängte sein Fahrrad über die Schulter. In gleicher Hast eilte er nun zu Fuß weiter. Wir holten ihn rasch ein und beim vorbei fahren rief er uns zu, wir sollten es ihm gleich zu tun, da die Strecke mit Glasscherben gespickt wäre und er Angst hätte, er oder wir können einen Platten bekommen. Wir hatten zwar keine Lust auf einen weiteren Plattfuß auf dieser Tour, aber wir kamen ohnehin nur schleppend weiter, also schenkten wir dem offenbar leicht verwirrten Mann keine Beachtung und fuhren wacker weiter. Übrigens ohne Panne. Von Höchst ging es dann über Haitz nach Gelnhausen. Hier hatten wir endgültig genug. Auf dem kurzen Stück mussten wir dreimal Schutz suchen und mehr als jedes Mal 15 min. pausieren. Da der Himmel keine Besserung versprach, beschlossen wir unsere Tour hier zu beenden anstatt noch bis Frankfurt weiter zu fahren. Zeitlich hätten wir es ohnehin nicht mehr geschafft unseren Zug in Frankfurt zu erreichen. Wir hatten knapp 380 km Tour hinter uns und so kauften wir uns ein Ticket und warteten wohl behütet vor dem nächsten Gewitterregen am Bahnhof auf die Abfahrt. Nach zweimal umsteigen und gut 90 min Fahrzeit kamen wir wieder in Armsheim an. Von dort spulten wir routiniert die wohlbekannte Strecke nach Wonsheim in Bestzeit ab.

Ende der diesjährigen Tour.

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